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HOLM/HETLINGEN/MARSCH UND GEEST

"Raus aus dem Sessel und rein in die Politik"

26. Februar 2010 | 00:10 Uhr | von cpr


Ortsvereins-Vorsitzender Franz Hehnke (links) bedankte sich bei Dieter Gering für seinen jahrelangen Einsatz für die Moorreger SPD.

MOORREGE. Ein Gutes hatte das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr immerhin: Es hat dem kleinen Ortsverein in Moorrege ein neues Mitglied beschert. "Ich hab gedacht, da muss man doch was gegen tun können", erläuterte Arne Steffen während der Mitgliederversammlung im Heistmer Lindenhof den Genossen seine Beweggründe. Und die waren so begeistert, dass sie den 37-Jährigen vom Fleck weg engagierten. Einstimmig wurde der "Zugezogene" in das frisch geschaffene Amt des Organisationsleiters gewählt. "Außer Deiner Persönlichkeit hast Du eine entscheidende Stärke", sagte Ortsvereins-Chef Franz Hehnke an den Frischling gewandt, "Du bist jung".


Um nicht zu sagen, der Jüngste. Denn wie der Vorsitzende in seinem Bericht feststellte: "Wir anderen sind zu alt". Nur drei Mitglieder seien jünger als 50. Das Gros der insgesamt 29 Genossen sei im Alter zwischen 50 und 70 Jahren viele sogar noch älter. "Das kann so nicht weitergehen", betonte Hehnke. Muss es auch nicht. Denn mit der Wahl von Thomas Kasimir zum Schriftführer und Thorsten Grimm zum stellvertretenden Vorsitzenden konnte die Verjüngung des Vorstands ein gutes Stück vorangebracht werden.

Doch auch die SPD-Urgesteine haben sich noch längst nicht auf ihren Altersruhesitz zurückgezogen. So präsentierte sich etwa Fraktionschef Uwe Mahnke gewohnt frech und streitlustig. Kritik hagelte es vor allem an Entscheidungen und Projekten der christdemokratischen Gegenspieler. Besonders das Thema AktivRegion sowie die Nichtöffentlichkeit wichtiger Ausschüsse wurde einmal mehr bemängelt. Auch wollen sich die Sozialdemokraten dafür einsetzen, dass es nach fünfjähriger Pause in Moorrege wieder eine Einwohnerversammlung geben wird. Mahnke: "Wir sind als SPD ziemlich gerupft worden. Auch auf Kommunalebene haben wir nicht so viel bewegen können, wie wir es uns gewünscht hätten." Er erhoffte sich mehr Leute, die Lust haben ein Gegengewicht zu Menschen wie Merkel und Westerwelle oder den "zwei Moorreger Bergen, Weinberg und Plettenberg" zu bilden. Sein Fazit: "Verharren in der Schockstarre hilft nicht weiter - also raus aus den Sesseln und rein in die Politik."