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| Öffentliche Therapie... (Uetersener Nachrichten) |
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Uetersener Nachrichten - Uetersen und Tornesch aktuell http://www.uena.de/artikel/2726212/%26Ouml%3Bffentliche_Therapie... 1 von 1 25.01.2010 10:52 Öffentliche Therapiesitzung SPD-Kreisverband auf der Suche nach dem sozialdemokratischen Kurs. Einstimmig hat die SPD am Freitagabend auf ihrem Kreisparteitag in Uetersen einen Antrag mit dem Titel „Erneuerung und Aufbruch“ verabschiedet. Doch von Aufbruch war in Uetersen nichts zu spüren. Zu besichtigen war eine verunsicherte Partei. Von Sebastian Kimstädt Uetersen/Pinneberg. Der Kreisvorstand hatte in einem dreiseitigen Papier Rezepte zur Gesundung der SPD aufgelistet. Die Konzentration auf gesellschaftliche Bewegungen, Rückbesinnung auf alte Werte, eine „ideologisch-inhaltlich gefes-tigte Führung“ und eine „harte Auseinandersetzung“ mit dem „rechten und marktradikalen Spektrum“ soll die SPD nach den Vorstellungen des Kreisvorstandes wieder zu alter Stärke zurückführen. „Das ist nicht der Königsweg, aber wenn wir diesen Weg gehen, wird er gut sein“, warb der Vorsitzende Hans-Helmut Birke für den Antrag. In seiner Rede appellierte Birke, die Leis-tungen der SPD in ihrer Regierungszeit nicht zu verdammen. „Wir können auf unsere Erfolge stolz sein“, rief er den 72 Delegierten in der Kleinen Stadthalle zu. Birke räumte aber auch Fehler der Partei ein. Dazu zählte er indirekt Hartz IV und die Rente mit 67. „Hier muss es notwendige Korrekturen geben“, sagte der Genossen-Boss. Der ehemalige Landtagsabgeordnete Thomas Hölck verteidigte dagegen die Reformpolitik als notwendig und forderte eine klare Definition für eine linke Volkspartei. Markus Perbandt aus Rellingen regte dagegen eine Abkehr von dem Rechts-Links-Schema an. „Ich finde das total langweilig“, sagte er und sah in der häufigen Verwendung des Begriffs „Links“ im Vorstandsantrag den Ausdruck eines „Minderwertigkeitskomplexes“. Obwohl sich die SPD etwa zwei Stunden zur Diskussion Zeit nahm, verlief die Debatte über weite Strecke eher leidenschaftslos und auch ein wenig ratlos. Die meisten Delegierten wirkten nicht besonders überzeugt davon, ob die Rezepte des Kreisvorstandes wohl die richtigen sind. Sie stimmten aber dennoch zu. Einzig der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann vermochte es, begrenzt Aufbruchsstimmung zu verbreiten. Er mahnte, sich nicht zu lange mit Nabelschau aufzuhalten, sondern kampfeslustig die Oppositionsrolle auszufüllen. „Therapie macht woanders“, sagte Rossmann. Die SPD müsse sich mit eigenen Konzepten auf dem Feld der Steuern und Sozialabgaben der Regierung entgegenstellen. „Das werden die Themen der nächsten Jahre sein“, so der Abgeordnete. unintern |



